Die Faszination der Obertonklänge, die sich von den Grundtönen, über denen sie entstehen, räumlich völlig zu trennen scheinen, ist kaum mit Worten zu beschreiben. Während Christian Bollmann auf der Bühne sitzend musiziert, erklingen flötengleich und körperlos die Obertöne durch die Kirche, den Raum ohne Ursprungsort, als würde oben in den Spitzbögen jemand eine ätherische Flöte blasen.
In Christian Bollmanns Konzerten erlebt man die Zeit anders, intensiver, als würde sie still stehen oder gedehnt werden. Die hochfrequenten Töne, abgestützt durch tiefe Bordunklänge oder gesungene Untertöne, bringen jeden zu einem neuen Hören, besser Horchen oder Lausch. Ein verblüffend "natürliches" anmutendes Gefühl für Musik waren die Quelle seiner Kreativität.