POW! – STIMMENZYKLUS UND CHOERE ZU ANTIGONE

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POW! Klanglandschaften für Vokalensemble

Der Stimmenzyklus von 1984 bringt Freude und Bewegung. Experimentelle Stimmübungsmodelle laden ein zum dynamischen Spiel. (2003)

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Beschreibung

POW! Klanglandschaften für Vokalensemble

Spielräume, für die Stimme

Spielstücke für Chöre Vocation and soundspaces
Modelle zur Stimmbildung, Improvisation und kreativen Gestaltung mit Vokal-Klängen.

Titelliste (Total 62:26)

01 – Beckenlied Brigebum/Hula play sound
02 – Watn Datn, Stimmen 3 play sound
03 – Biene Maja goes space, Stimmen 2 play sound
04 – Pow, Stimmen 1 play sound
05 – Intro play sound
06 – Watn Datn Power Remix play sound
07 – Communication (Klangräume) play sound
08 – Mundstück (aus Rafael-Suite/Rise my Soul) play sound
09 – Ocean, Ueo Ueo Ueo play sound
10 – Uididio, Jodler abwärts play sound
11 – Antigone 1 Strahl der Sonne play sound
12 – Antigone 2 Ungeheuer play sound
13 – Antigone 3 Vocal Fry play sound
14 – Antigone 4 Eros play sound
15 – Antigone 5 Danae play sound
16 – Antigone 6 Namenloser play sound

 

Als Kontrapunkt zu meiner meditativen Arbeit mit Obertönen führt der Stimmen-Zyklus mit experimentellen Stimmklängen, Rhythmus, Freude, und Expression in Bewegung und ins Lauschen.

Als ich die Stücke 1985 als Konzept einigen Musikerkollegen in Köln vorstellte, kam mir Unverständnis und die Frage nach dem Sinn entgegen. Schon einmal hatte mich diese Frage entmutigt und von einem Projekt Abstand nehmen lassen, für das ich pure Begeisterung empfand.

Doch diese Stücke haben weitergelebt und in vielen meiner Workshops, Seminaren und Chorkonzerten, große Begeisterung ausgelöst. Als ich die Stücke 1994 meiner indischen Sängerkollegin Aruna Sajeeram vorspielte und Sie nach ihrer Meinung fragte, antwortete sie, -diese Muster sind Mantren. Sie bewegen  harmonisieren und stärken ganzheitlich Körper Geist und Seele und  fördern somit  die  Ganzheit, über Klang und Bewegung-. Wenn nun die Frage nach der Bedeutung von Brigebum oder anderen Motiven aus Stimmen 1-3 gestellt werden, so antworte ich verschmitzt mit dem Unterton eines indischen Guru:  -in fact, this is one of the most important Mantrams of 20th century-.:)

  1. Das Beckenlied,  Brige Bum/Hulala ist ein Werk der komplexen Einfachheit und Freude. Es ist sowohl ein -warmup- für die Stimme und das artikulierende Mundwerk als auch eine effektive Beckenlockerungs- und Koordinationsübung das die Gehirnhälften und Hemisphären übt und koordiniert. Es hat sich in meinen Workshops als wichtiger Bestandteil meiner  Körper-, Atem- und Stimmübungen als nützlicher und freudespendender Standard bewährt und wird von vielen Freunden, Schülern, und Kollegen in Gruppen und Schulen benutzt. Das Einstudieren in kleinsten Portionen schafft Sicherheit und Freude im Klang und im bewegten Körper

Das Beckenlied ist die musikalische Reduktion auf 2 einfache Themen, das gesprochene, motorisch bouncende und das gesungene, fließende, swingende, das ebenso meine Liebe zu Hawaii, den Delphinen und Huna ausdrückt, der Philosophie der Hawaiianer. Ebenso entsprechen die stilistischen  Elemente aber auch der klassischen Hip Hop Form.

Nach dem der Körper in vorangegangenenÜbungen gestreckt,  geschüttelt und meditativ mit Licht, Klang und Atem durchflutet wurde, beginnt der perkussive Aufbau durch gesprochene Laute deren rhythmischer Charakter gut erdet.

Brige Bum Tschige Dage Dage Bum Tchige da, Brige Bum Tschige Dagedabum.

Dabei bounct das Becken vier Mal noch vorne und zum Zentrum zurück, dann nach hinten, nach links und nach rechts. Beim Hula dreht sich das Becken entsprechend dem Uhrzeigersinn, bis die Stimme in einem Glissando nach oben gleitet (stretching), dann rechts herum, bis die Stimme mit einem Glissando nach unten “in den Keller fällt”.

Variationen in der Anzahl der Richtungsbounce bis Verdoppelung der Beckenbewegungsfrequenz machen dieses Stück zu einem äußerst variablen Werkzeug der Körper- und Stimmkoordination.

  1. Pau oder Stimmen 1 ist die kompositorische Verarbeitung verschiedener groovender Stimmübungsmodelle, die sich beim morgendlichen Joggen und Woggen  eingefunden haben.

Die einzeln rhythmischen Modelle können improvisatorisch, spielerisch erarbeitet werden aber auch als Gesamtarrangement komprimiert zu einem gut aufführbaren Stück verdichtet werden.

-Energetico- ist die  klassische Satzbezeichnung.

  1. Biene Maja goes Space oder Stimmen 2 ist eine prozessorientierte Improvisation mit klarer Regelstruktur und stellt den kontrastierenden zweite Satz -Cantabile-.

Overhead, oder das darüber liegende Gefühl ist -insektoid bis ufonal- . Aus einer stimmhaften Geräuschmodulation zwischen Zähnen und Zunge im Mundraum (S-SCH) entsteht ein flirrender,

spaciger Klangraum auf einem freien, sich herausstellenden, zunächst gehaltenen Ton. Die zweite Stufe – Ambitus-Modulation-, öffnet die Bewegung des Grundtones nach oben und unten, dehnt damit die Stimmbänder in alle Richtungen, wobei jede und jeder selbst bestimmen kann, wie und wieweit. Bis das Raumschiff auf einem Plateau landet – alle treffen sich wieder auf einem Ton – (Reminiszenz an Karlheinz Stockhausens – Treffpunkt) und auf Zeichen gehen die Luken des Raumschiffes auf. Aus Geräusch wird Ton, aus Chaos wird harmonische Ordnung. – ZzzSsaum – Der Klang öffnet sich ins A und schließt sich wieder ganz langsam über den Vokalkreis ins gesummte M.

 MWMW… Pulsation massierte Stimmbänder und Lippen und bringt

geordnete Bewegung ins Spiel. Öfnen und Schließen. Phasenverschiebung, Ganztonverschiebung zwischen Männern und Frauen, Verdopplung der Pulsation auf den Quinten bieten einen musikalischen Teppich für solistische Bewegungen bis die einzelnen Gruppen ins offene A abgerufen werden.

  1. Watn Datn oder Stimmen 3 beginnt wieder mit dem Modell des Beckenliedes und verdichtet sich

in einem dreistimmigen Vocation – Satz, der sich zunächst rein semantisch, klangmalerisch an

Perkussionsklängen orientiert in der Endphase jedoch die Wandlung von Klang zur unterschwelligen bis klaren Bedeutung durchmacht, mit -Watn Datn, Datn de booooo-  das pure Staunen über … den Klang, die Welt…, den Moment…

  1. Communication benutzt die Muster von Stimmen 3 / Pow als freie Paterns für die kommunikative

Improvisation in einem Konzertprogramm des Oberton-Chor in der Balver-Höhle. Soli Christoph Schumacher und Christian Bollmann

  1. Mundstück ist ein dreistimmiges Glissandostück in graphischer Notation. Die Graphik zeigt einen Mund mit drei Linien. Eine mittlere gerade Linie, die die Verbindung von Ober- und Unterlippe darstellt, eine die nach oben geht und den oberen Rand der Oberlippe beschreibt und eine, die den unteren Rand der Unterlippe beschreibt. Drei Gruppen singen jeweils eine Linie, chorisch atmend.  Eine gemischte Gruppe bleibt auf dem Anfangston, dem mittleren A (Frauen tief Männer hoch) die 2. Gruppe, vorzugsweise die Frauen, gleiten langsam nach oben und Gruppe 3, vorzugsweise die Männer gleiten allmählich hinab. Der Weg beträgt jeweils eine Oktave. Aus dem anfänglichen Unisono/Gleichklang ergeben sich nach und nach Schwebungen und Dissonanzen, die sich wieder in  Konsonanzen auflösen um abermals in Dissonanzen zu führen usw. Ist die Oktav erreicht, die Mitte des Mundes, die Stelle, wo der Zeigefinger das Pssst! Signalisiert, geht es ins -piano- mit Hilfe des Konsonanten M, bis der Stachel des -I- eine neue Klangfarbe kreiert, mit dem die Rückreise angetreten wird, bis ins Unisono, an dessen End der Klang wieder in ein offenes crescendierendes A mündet.

In seiner komplexen Einfachheit fordert das Mundstück höchste Konzentration u.a. in den Bereichen a. chorisches Atmen b. synchrone Glissandobewegung c. harmonisches Hören.

Von der psychologische Seite  aus zeigt sich das Mundstück als Metapher zur Integrierung des Schattens, mit der Aufgabe des Menschen die Lichte und die Dunkle Seite  zusammenzubringen.

Die Disharmonie angehen, ansehen, anhören, mit der Zuversicht, dass sie sich -dem Gesetz der Obertonreihe entsprechend- auflösen wird.

Sie klar ausdrücken, einen Augenblick halten und sie dann aber auch entschieden loslassen.

Wir können an diesem Stück auch erkennen dass es uns leichter fällt abzusteigen als aufzusteigen.

Es drückt die uralte menschliche Erfahrung aus, dass es uns abwärts scheinbar leichter fällt als aufwärts.

Dennoch ist es ein Gleichgewicht von Konsonanz und Dissonanz, von Auf und Ab und es zeigt uns, dass wir darauf vertrauen können dass die Schöpfung ebenso aufgebaut ist.

  1. Ocean, Ueo Ueo Ueo übt die weiche, unmerkliche Verbindung von Kopfstimme und Bruststimme.

Bei den Männern aktiviert es den weiblichen Anteil um ihn mit dem Männlichen zu verbinden und bringt, bzw. integriert gleichzeitig die hellen Frequenzen in die Tiefe Stimme. Der 2.Teil ist ein kraftvoller indianerartiger Ruf aus dem Herzen, der die mittlere bis Hohe Bruststimme aktiviert. Dabei empfehle ich meist, die Arme zu Heben und nach den Seiten öffnend zu schwingen, um dem Brustbereich Raum zu geben. Ein wunderbares warm up.

  1. Uididio, abwärts Jodler ist das Gegenstück oder auch die stimmbildnerische Ergänzung zu -Ocean, Ueo Ueo Ueo- Hier geht es darum, jodlertypisch den Bruch zwischen Kopf und Bruststimme herauszuarbeiten. Oberstimme, Kanon und Baumbass, machen den Jodler zu einem klangvollen Chorstück.
  2. – 16. Chöre zu Antigone

1982 bekam ich vom Theater Jhavemirc in Düsseldorf den Auftrag die Bühnenmusiken und Chöre zu einer Avantgarde Inszenierung des griechischen Dramas Antigone zu schreiben und zu produzieren. Zusätzlich sollte ich ein Stimmtraining mit dem Ensemble  machen. So fasste ich den Plan die Chöre so anzulegen, dass sie Material zum Stimmtraining enthielten und ich sie mit dem Ensemble erarbeiten konnte, um sie später aufzunehmen und als Einspielung zu verwenden. Da die Schauspielerinnen und Schauspieler sehr unterschiedlich musikalische talentiert waren, konzipierte ich für die einzelnen Mitwirkenden und setzte sie ihren Fähigkeiten ent-sprechend ein. Die Produktion wurde ein großer Erfolg und wurde später mit dem Kulturpreis der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet. Diese Form der Arbeit inspirierte mich derart, dass ich anschließend das Bedürfnis hatte eigene Vokalstücke zu schreiben und ein  Vokalensemble zu gründen mit dem ich an meinen Ideen weiterarbeiten konnte. Es entstand der Werkstatt-Chor, ein Obertonsingkreis, ich schrieb den Stimmenzyklus 1985 und die ersten Stücke für den Oberton-Chor der 1986 seine Geburtsstunde hatte.

Mein Dank gilt den Ensemblemitgliedern der Theatergruppe Jhavemirc, Düsseldorf und dem damaligen Regisseur Leo Tocafondi, dem Oberton Düsseldorf und all den Menschen, die in meinen Workshops und Seminaren mit Begeisterung diese Stücke gesungen haben. Ihr habt mich damit ermutigten, diese Arbeit weiter zu machen und letztlich damit zu dieser CD beigetragen.

Mögen diese Aufnahmen dazu dienen, die Freude am Klang der eigenen Stimme wieder zu entdecken, das Spiel mit ungewohnten Klängen zu fördern und die Magie des zusammen Klingens in der Gruppe, besonders für die  jungen Menschen, wieder attraktiv zu machen. Mein Wunsch ist es, dass einige dieser Stücke in den Schulen im Musikunterricht auftauchen und  die Stimmarbeit mit Freude und Lauschen beleben.

Christian Bollmann im Februar 2003

Bei den Aufnahmen hören Sie:

Christian Bollmann: Titel 2, 7 und 8

Zusammen mit Christoph Schumacher Titel 1 und 5

Jhavemirc Theater: Titel 9-14

Juliette Severin, Barbara Greeven, Magda Schulte, Ruth Heynen, Vitorio Alfieri.

Oberton-Chor Düsseldorf: Titel 3, 4 und 6

 

Anita Holtmann, Heidi Ahrendtsen, Elke Elbe, Christa Stein, Renate Grundmann, Claudia Noll, Marlies Derendorf, Martin Derendorf, Andreas Krause, Frank Rybicki, Wilfried Maack, Kolja Simon, Frank Thörner, Christoph Schumacher, Christian Bollmann

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